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Aktien Analyse - Fondsanalyse

Wochenausblick Euro-Dollar und Dax



19:06 22.02.10

Wochenausblick Euro-Dollar und Dax

Montag, 22. Februar 2010   Kontakt: www.actior.de  

 

 

 

Euro-Dollar:

 

Erneut wenig verändert beendet der Euro die letzte Handelswoche zum Dollar. Dennoch verlief der Handel volatil, zu Anfang der Woche konnte der Euro zunächst zulegen, ohne jedoch die 1,38 zu überwinden. Damit war das Wochenhoch jedoch bereits erreicht, am Mittwoch verlor die europäische Einheitswährung über 200pips und handelte wieder unter der 1,36. Die einsetzende Erholung wurde dann am Donnerstag jäh gestoppt, als die Fed nach US-Börsenschluß den Diskontsatz anhob und so eine Dollar-Stärke auf breiter Front auslöste. Der Euro reagierte mit der Bildung eines neuen Tiefs bei 1,3443 im asiatischen Handel, konnte sich jedoch am Freitag dann kontuinierlich wieder nach oben hangeln und die Woche im Bereich 1,36 beschließen. Auslöser der impulsiven long-Bewegung am letzten Wochentag waren angeblich Doller-Verkäufe Chinas - das würde zumindest in den politischen Rahmen passen, da die Führung in Peking etwas verschnupft über den Empfang des Dalai Lama in Washington war. Möglicherweise aber war diese Begründung nachgeschoben, wahrscheinlicher ist eine short-squeeze, da die Short-Positionen auf den Euro derzeit sehr hoch sind und viele Marktteilnehmer durch einen Anstieg auf dem falschen Fuß erwischt worden sein könnten. Daß der Euro am Freitag zulegen konnte, lag nicht an China, sondern an den geringer als erwaret ausgefallenen US-Verbraucherpreisen, nachdem zuvor die US-Importpreise wie auch die US-Erzeugerpreise deutlich angestiegen waren und so Inflationssorgen ausgelöst hatten, die dann durch den geringeren Anstieg der US-Verbraucherpreise zu eine Erleichterungsralley führten.



Wie geht es nun weiter? Mit der Erhöhung des Diskontsatzes durch die Fed ist nunmehr das Thema Leitzinserhöhung wieder voll im Fokus. Zwar gab die Fed dem Markt eine Art Beruhigungspille mit auf den Weg (mit der Aussage, daß sich die Finanzmärkte stabilisiert hätten, sodaß sie diesen Schritt nunmehr unternehmen könne), doch scheint nunmehr klar, daß die Fed eher Zinsen anheben wird, als die EZB - zumal die EZB mit Zinsanhebungen die ohnehin geschwächten Länder Griechenland, Portugal und Spanien sowie andere Problemkandidaten noch weiter unter Druck bringen würde. In dieser Woche wird sich Fed-Chef Bernanke mehrfach zu Wort melden, sodaß an den Devisenmärkten viel Volatilität zu erwarten ist.

Charttechnisch ist und bleibt der Euro geradezu ausgebombt, die Erholungen fallen bislang mickrig aus. Solange der Euro die Zone 1,38 bis 1,3850 nicht überwinden kann, bleiben die Ampeln weiter auf rot. Nach wie vor bildet die europäische Einheitswährung tiefere Hochs und tiefere Tiefs, und es bedarf eines Ereignisses oder einer Kehrtwende durch Fed oder EZB, um dem Euro auf die Sprünge zu helfen. Solange das nicht der Fall ist, sollten Erholungen immer noch Chancen auf der Short-Seite bieten. Ziele sind bei 1,3420 (also knapp unter dem bisherigen Jahrestief), dann bei 1,30. Bei Überwindung der 1,38/1,3850 wäre der nächste wichtige Widerstand bei 1,4025.

 

 

 

 

Dax:

 

Eine positive Woche absolvierte hingegen der Dax. Nach einem Start knapp über 5500 Punkten konnte der deutsche Leitindex kontinuierlich Terrain gewinnen, sogar die Erhöhung des Diskontsatzes durch die Fed brachte nur einen kurzfristigen Rückschlag. Am heutigen Montag schien der Dax dann den entscheidenden Widerstand bei 5725/35 überwinden zu können, der Dax-Future notierte vor Xetra-Öffnung bereits über diesem Niveau. Doch die Euphorie hielt nicht lange an, und mit den etwas schwächeren US-Börsen tauchte der Dax dann im Handelsverlauf unter die 5700er-Marke. Möglicherweise handelte es sich um einen Fehlausbruch, der eine impulsive Short-Bewegung ankündigt, zumal das Lager der Optimisten wieder prall gefüllt ist und viele bereits investiert sind.

Daß die Aktienmärkte sich in der letzten Woche sehr gut gehalten haben, liegt unseres Erachtens an zwei Faktoren: erstens den weniger stark als erwartet gestiegenen US-Verbraucherpreisen, die scheinbar auf eine kaum ausgeprägte Inflationsgefahr deuteten und so den Markt glauben ließen, daß die Fed den Leitzins in absehbarer Zeit nicht anheben wird. Dabei wird ignoriert, daß sowohl die US-Erzeugerpreise wie auch die US-Importpreise drastisch gestiegen waren, und wenn man eins und eins zusammen zählt, ergibt sich folgendes Bild: zum einen importieren die USA Inflation (Importpreise), zum anderen steigen die Herstellungskosten der Produzenten (Erzeugerpreise), die jedoch nicht an den Konsumenten weiter gegeben werden können (Verbraucherpreise). Das bedeutet dann nichts anderes, als daß die Gewinnmargen der US-Unternehmen massiv sinken werden, was wiederum die aktuellen Bewertungen der US-Börsen reichlich hoch erscheinen läßt - die Zeit der Traumrenditen aus 2009 sind damit dann vorbei.

Der zweite wichtige Grund für die Stabilität der Aktienmärkte ist der Verfall der Optionen auf Aktien und Indizes hier und in den USA am letzten Freitag. Hier waren große Player am Werk, das Hauptinteresse lag darin, den deutschen Leitindex in der Zone zwischen 5600 und 5700 zu halten. Da nun dieser Party vorbei ist und die entsprechenden Marktteilnehmer ihre Schäfchen ins Trockene gebracht haben, werden die Karten nun neu gemischt, womit sich die Chance auf eine Abwärtsbewegung deutlich erhöhen sollte.

Fundamental nämlich ist die Situation alles andere als grundsätzlich positiv. Folgende Faktoren lasten auf den Märkten, auch wenn hier erneut selektive Wahrnehmung bislang einen Abverkauf nicht entstehen ließ: erstens die Problematik Griechenland & Co, zweitens der globale Trend zur Liquiditätsverknappung (USA, China), und drittens nach wie vor die angestrebten harschen Bankenregulierungen vor allem in den USA. So hören wir derzeit von einem Partner-Unternehmen in den USA (ein Broker), daß dort bis Ende des Jahres der Forex-Handel unterbunden werden soll (gilt auch für Banken!). Man geht davon aus, daß der "Rest der Welt" folgen wird, auch wenn wir uns das derzeit nicht wirklich vorstellen können - wie etwa sollten dann Wechselkursverhältnisse festgestellt werden? Auch wenn das also noch Zukunftsmusik ist, zeigt es dennoch, daß es den amerikanischen Aufsichtsbehörden mit der drastischen Regulierung sehr ernst ist, und die Folge daraus wird wiederum eine heftige Verknappung von Liquidität sein - was ein worst case für die Aktienmärkte ist.

Wie auch immer, entscheidend ist für den Dax die nachhaltige Überwindung der Zone 5725/35, dann wäre Platz bis 5870. Auf der Unterseite sollte keinesfalls die Zone 5625/5600 unterboten werden, da dann der gesamte Aufwärtstrend hinfällig wäre. Wir hoffen, daß aus dem oben gesagten unsere grundsätzliche Skepsis gegenüber weiteren Anstiegen im Dax klar geworden ist, zumal uns die gegenwärtig fehlende Dynamik an die Situation erinnert, als der Dax Anfang Januar noch über der 6000-Punktemarke handelte und dann ein scharfer Abverkauf einsetzte.

 

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Über den Autor
 
Autor: Markus Fugmann Markus Fugmann,
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