Blick zurück / Blick vorwärts
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Allgemeines: Es ist wieder einmal Quartalszahlen-Saison. Viele Firmen schaffen es naturgemäss ihre vorher heruntergespielten Zahlen zu treffen oder sogar zu schlagen. Da der Vorjahresvergleich mau ist, sind bessere relative Zahlen aber keine Überraschung, so dass Aktien im Moment nach dem Motto ‚buy the rumor, sell the news’ abverkauft werden. Aber der wahre Marktfaktor waren diese Woche politische Ereignisse in den USA.
Zu Wochenanfang lagen die Märkte im plus weil ein Sieg der Republikaner in Massachusates die wichtige vollkommene Abstimmungsmacht von Präsident Obama im Senat zerstört hat. Man ging allgemein von einer Verlangsamung oder gar Verhinderung weiterer Regierungs Spending Sprees aus. Allerdings hielt diese Freude nur kurz, und schon am nächsten morgen wurden die Märkte abverkauft. Die Siegesnachricht ermutigte asiatische Trader zu einem Versuch, den EUR unter die wichtige Unterstützungslinie von 1.4250 zu drücken. Es gelang bei geringem Handelsvolumen und verursachte eine Welle von automatischen Stopordern. Gekoppelt mit der Ankündigung, dass die chinesische Regierung bis Monatsende den Banken das Vergeben von Krediten untersagt, kam es daraufhin zu einem Abverkauf aller Märkte. Der USD legte stark zu. Mittwoch abend kam es aber wiederum zu der bisher vorherrschenden „Kauf den Kurseinruch“ Mentalität, und die Märkte konnten bis zum Donnerstag sogar auf Wochensicht im plus liegen. Aber gegen den verbalen Hammer, den Präsident Obama dann am Donnerstag losschmetterte gab es kein Halten mehr.
Obama kündigte an, dass Banken nicht mehr Hedgefunds betreiben dürfen, mit denen Sie Ihr eigenes Geld vermehren. Zudem soll es künftig verboten sein, mit dem günstigen Geld der Notenbank am Markt zu spekulieren. Diese Mitteliung löste eine Verkaufspanik aus, die dieses Mal auch nicht am Ende des Tages zu willigen Käufern führte. Das ganze ist natürlich wieder eine typische kopflose Reaktion. Denn es handelt sich hierbei nicht um ein neues Gesetz, sondern nur um einen Vorschlag. Sollte dieser dann wirklich in seiner jetzigen Form als Gesetz erscheinen, so kann dies noch Jahre dauern, und dann wird es mit Sicherheit eine Übergangsfrist geben, in der Banken sich ohne Notverkäufe von Ihren Divisionen trennen können. Wir reden hier über zwei bis fünf Jahre...
Egal woran es lag, die Chartanalyse der letzten Woche war eine echte Punktlandung. Ich dachte nicht, dass sich alles so schnell entwickelt, aber es beweist, dass korrekte technische Analyse funktioniert, egal wo und wann welche Nachricht die Märkte trifft.
Logischerweise brachte der Abverkauf von Aktien einen Anstieg der Anleihepreise mit sich. Der USD gab dadurch all seine Tagesgewinne am Donnerstag auf. Diese Anleiherally drückte den YEN nachoben, denn wenn es in den USA niedrigere Zinsen gibt, dann bringen US Trader das geliehene japanische Geld zurück nach Tokio. Der berühmte Carry Trade bekam eine Verkleinerungskur. Bei dieser Bewegung wurde ich auf dem falschen Fuss erwischt, bzw, ich habe diese unterschätzt. Ich denke jedoch, dass es ein temporäres Ereignis ist, denn die japanische Regierung will keinen starken Yen.
Natürlich waren ein starker USD und eine Verkaufstimmung am Markt ein harter Schlag für Rohstoffe. Gold, Silber und Öl wurden regelrecht abgestraft.
Freitag hat der Vorsitzende des Finanzausschusses im Repräsentantenhaus, Barney Franks, eine Mitteilung herausgegeben, dass man darüber nachdenkt Fannie Mae und Freddie Mac abzuschaffen. Daraufhin haben sich die Yinsspreads erhöht und der LIBOR ist gestiegen. Es ist eben nicht vorteilhaft, wenn die grössten Herausgeber billiger Kredite zugemacht werden könnten. Wenn Ihr Hauskredit an den LIBOR gekoppelt ist, dann verdanken Sie die nächste Erhöhungsmitteilung Herrn Franks.
Für die kommende Woche erwarte ich weiterhin Aktienschwäche, denn diese Woche wurden wichtige Unterstützungslinien verletzt. Edelmetalle sollten sich stabilisieren und Öl müsste sich über 74 halten können. Der USD hat ein mögliches doppeltes Top, was das Korrekturmuster im Chart der letzten Woche komplettieren könnte. Der USD sollte daher beginnen zu schwächeln.
In den USA gibt es eine interessante Entwicklung. Bernankes Job als Notenbank Chef läuft Ende Januar aus. Der Senat muss ihn innerhalb der nächsten 9 Tage wiederernennen. Gewöhnlich geschieht dies rechtzeitig, aber diesmal könnte es knapp werden, zu knapp. Wenn man Senatsprozeduren einbezieht, sind nur noch 7 Tage Zeit die Ernennung vorzunehmen. Sollte der Senat dies versemmeln, so würde die Notenbank zum ersten Mal seit vielen Jahrzehnten von einem 'acting' Chariman geleitet. Es ist aber unklar, ob dies Bernanke oder sein Vertreter ist. Dieses Element der generellen Unsicherheit hat Freitag zu einer Vorab-Panik geführt. Aktienmärkte schlossen auf dem Tagestiefststand. Der Dax Future schloss 120 Punkte unter dem Dax Schlusskurs, es wird viele feuchte Augen geben wenn am Montag die deutsche Börse öffnet... Ich hatte so etwas ja angesagt, wer also jetzt noch Positionen hat, wird nicht schmerzfrei bleiben.
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DAX: Der Dax hat keine Kraft mehr und hat am Freitag auch die letzten Unterstützungen im Chart gebrochen. Jetzt ist hier viel Potential für einen Absturz.Der Dax Future schloss weit unter dem Freitagsschlusskurs, es sollte ungemütlich werden zum Wochenanfang.

FTSE: Der FTSE Chart bleibt schwach. Nachdem nun alle wichtigen Trend- und Unterstützungslinien gebrochen wurden, sollte der FTSE geradewegs auf die Lücke im Chart zusteuern.

SP500: Der SP500 hat alle wichitgen Trendlinien durchbrochen. Hier besteht das Potential für einen weiteren 5% Abstieg, mindestens.

USDX: Der USD hat jetzt die Durchschnittslinie berührt und wurde harsch zurückgewiesen. Diese könnte ein Doppeltop sein. Es sollte nunmehr abwärts gehen und den übergeordneten Abwärtstrend aufgreifen.

US-Anleihen: Obama hat den Anleihen neues Leben einghaucht. Sie haben nun auch ihr Durchschnittslinie berührt und auch die Lücke im Chart geschlossen, und sollten umdrehen. 118 ist immer ein beliebter Level zum shorten.

Gold: Gold bleibt schwach, ein erneuter Test von 1075 scheint unausweichlich. Nur ein schneller Marsch des USD nach unten kann dies noch verhindern.

Silber: Silber hat sich seit letzter Woche massiv verschlechtert. Die einstige Chartstärke ist weg. Auch 17 wird nicht halten, sollte der USD nicht schnell abwärts laufen.
Crude Oil: Öl ist weiterhin in einem langfristigen Aufwärtstrend. Solange Öl sich über 72 hält bleibt dies so. Es sollte einen Bounce geben, allerdings könnte ein scharfer Aktienabverkauf Öl bis auf 72 herunterdrücken.
Regeln für erfolgreiche Trader/Investoren:
Meine Anmerkungen zum Thema sind sowohl für Trader (kurzzeitig) als auch für Investoren (langfristig) relevant. Auch wenn sich der Zeithorizont unterscheiden mag, so gelten weitestgehend die gleichen Regeln wenn man dies mit Erfolg machen möchte.
Viele deutsche Leser haben darum gebeten, die Regeln für Trader nochmals auf deutsch wiederzugeben, da nicht jeder einfachen Zugang zur englischen Sprache hat.
Ich stehe weiterhin zur Verfügung, um Leserfragen beantworten. Bitte schicken Sie mir Ihre Fragen.
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The Swiss One









